Meilenstein für die Genossenschaften: DZ BANK erhält MiCAR-Lizenz für „meinKrypto“

Grünes Licht für Krypto im Genossenschaftssektor: Die DZ BANK erhält die BaFin-Lizenz nach MiCAR-Standard. Mit „meinKrypto“ können Volksbanken ihren Kunden nun den Handel mit Bitcoin und Co. direkt in der App ermöglichen.

Anja Amend

Ein Beitrag von

Anja Amend

Veröffentlicht am

12.1.26

um

19:26

Uhr

Meilenstein für die Genossenschaften: DZ BANK erhält MiCAR-Lizenz für „meinKrypto“

Bildnachweis:

DZ Bank

Der Weg für Bitcoin und Co. in die breite Masse der deutschen Bankkunden ist frei. Die DZ BANK, das Spitzeninstitut der genossenschaftlichen FinanzGruppe, hat Ende Dezember 2025 von der Finanzaufsicht BaFin die offizielle Zulassung nach der neuen EU-Verordnung MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) erhalten. Damit darf das Institut seine Krypto-Plattform „meinKrypto“ nun operativ betreiben.

Für die rund 700 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland ist dies der Startschuss, um ihren Privatkunden den Handel mit digitalen Vermögenswerten anzubieten – und das integriert in die vertraute Hausbank-Umgebung.

Integration in die VR Banking App

Das neue Angebot zielt darauf ab, die Einstiegshürden für Krypto-Investments massiv zu senken. „meinKrypto“ fungiert als Wallet, das technisch direkt in die bestehende VR Banking App eingebunden wird. Kunden müssen also keine externen Börsen nutzen, sondern können digitale Währungen dort verwalten, wo sie auch ihr Girokonto führen.

Das Angebot ist als „Execution-Only“-Service konzipiert. Es richtet sich explizit an Selbstentscheider; eine Anlageberatung zu Kryptowerten findet in den Filialen nicht statt. Zum Start umfasst das Universum vier der etabliertesten Kryptowährungen:

  • Bitcoin (BTC)
  • Ethereum (ETH)
  • Litecoin (LTC)
  • Cardano (ADA)

Jede Bank entscheidet selbst

Ob und wann Kunden den Service nutzen können, hängt nun von den einzelnen Primärinstituten vor Ort ab. Jede Volks- und Raiffeisenbank muss eigenständig entscheiden, ob sie das Produkt in ihr Portfolio aufnimmt. Zudem ist ein letzter regulatorischer Schritt nötig: Die lokalen Banken müssen ihrerseits eine sogenannte MiCAR-Notifizierung bei der BaFin einreichen, bevor sie loslegen dürfen.

Das Interesse im Sektor ist jedoch groß. Laut einer Studie des Genoverbandes vom September 2025 plant bereits mehr als ein Drittel der Banken, die Lösung in den kommenden Monaten einzuführen. Damit dürfte 2026 das Jahr werden, in dem Krypto endgültig im genossenschaftlichen Mainstream ankommt.

Starke Partner im Hintergrund

Technisch und operativ setzt die DZ BANK auf ein Netzwerk bewährter Partner, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten:

  • Entwicklung: IT-Dienstleister Atruvia (ehemals Fiducia & GAD)
  • Verwahrung: Boerse Stuttgart Digital Custody (treuhänderische Verwahrung der Keys)
  • Handel: EUWAX (Ausführung der Orders)

Durch die MiCAR-Regulierung, die einen einheitlichen Rechtsrahmen in Europa schafft, erhalten Banken und Kunden nun die Rechtssicherheit, die dem Krypto-Sektor lange fehlte.

Ähnliche Beiträge