Flatexdegiro kündigt ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Millionen Euro an und verdoppelt das Vorjahresvolumen. Vorbehaltlich der BaFin-Freigabe klettert der Aktienkurs des Onlinebrokers spürbar.

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Der europäische Onlinebroker Flatexdegiro plant die Neuauflage seines Aktienrückkaufs in deutlich vergrößertem Umfang. Wie das im MDax notierte Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, soll das neue Rückkaufprogramm ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro umfassen. Damit verdoppelt die Plattform das Budget im Vergleich zum vorherigen Programm, das im Mai des vergangenen Jahres abgeschlossen worden war. Die Maßnahme steht allerdings noch unter dem formalen Vorbehalt einer aufsichtsrechtlichen Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Am Kapitalmarkt lösten die Nachrichten deutliche Zukäufe aus.
Mit dem millionenschweren Vorhaben setzt das Management auf ein bewährtes Instrument der Kapitalallokation. Durch den Erwerb und das anschließende Einziehen eigener Anteile reduziert sich die Gesamtzahl der am Markt ausstehenden Papiere. Dadurch verteilt sich das Gesamtergebnis des Brokers rechnerisch auf weniger Anteilscheine, was den Gewinn je Aktie (EPS) erhöht und traditionell als verlässlicher Impulsgeber zur Kurspflege gilt.
Der geplante Rückkauf erfolgt vor dem Hintergrund spürbarer Kursverluste in den vergangenen Monaten. Bis zum Börsenschluss am Mittwoch hatte die Aktie seit Jahresbeginn auf Xetra rund ein Drittel ihres Werts eingebüßt. Der Gesamtwert des Finanzdienstleisters belief sich nach dieser Abwärtsbewegung zuletzt auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Der Entschluss, erneut eigene Anteile in signifikantem Umfang vom Markt zu nehmen, signalisiert den Investoren das Vertrauen der Unternehmensführung in die fundamentale Ertragskraft und eine aus Managementsicht attraktive Bewertung des Titels.
Bevor das Vorhaben operativ umgesetzt werden kann, muss die zuständige Finanzaufsicht grünes Licht erteilen. Als voll regulierte Bankengruppe mit eigener Vollbanklizenz unterliegt Flatexdegiro strengen Eigenmittelanforderungen, weshalb Kapitalrückführungen an die Anteilseigner zwingend von der BaFin geprüft und genehmigt werden müssen.
Sollten die Aufseher dem Vorstoß zustimmen, bekräftigt das Unternehmen seinen Kurs, überschüssige Liquidität diszipliniert an die Aktionäre zurückzuführen. Nach der erfolgreichen Abwicklung der vorangegangenen Tranche von 50 Millionen Euro untermauert das aufgestockte 100-Millionen-Euro-Programm, dass Flatexdegiro trotz des anspruchsvollen Marktumfelds und des anhaltenden Wettbewerbs im europäischen Retail-Brokerage an einer aktiven shareholder-value-orientierten Bilanzpolitik festhält.

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