Nach der Übernahme von Axa Investment Managers greift BNP Paribas durch: Frankreichs Großbank plant den Abbau von rund 1.200 Stellen, um Synergien zu heben. Der Integrationsprozess startet nun mit Gesprächen über freiwillige Abfindungsprogramme.

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BNP Paribas
Die Integration von Axa Investment Managers in die Strukturen der BNP Paribas tritt in ihre entscheidende operative Phase. Nachdem Frankreichs größtes Geldhaus den Asset-Management-Arm des Versicherers Axa im Jahr 2024 übernommen hatte, folgen nun die notwendigen Konsolidierungsschritte. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf interne Quellen berichtet, plant die Bank den Abbau von rund 1.200 Stellen.
Dieser Schritt kommt für Marktbeobachter nicht überraschend, ist er doch die klassische Begleitmusik großer Fusionen im Fondsgeschäft, wo Skaleneffekte über die Profitabilität entscheiden. Die Zahl von 1.200 betroffenen Positionen dient dabei als Ausgangsbasis für die anstehenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Das Management strebt offenbar eine sozialverträgliche Lösung an: In den kommenden Wochen sollen Gespräche über einen freiwilligen Abfindungsplan mit den Gewerkschaften aufgenommen werden, um harte Kündigungen möglichst zu vermeiden.
Der Stellenabbau ist die direkte Konsequenz einer der bedeutendsten Transaktionen im europäischen Finanzsektor der letzten Jahre. Für einen Kaufpreis von rund fünf Milliarden Euro hatte sich BNP Paribas die Sparte des Versicherers gesichert. Durch den Zusammenschluss entstand ein echtes Schwergewicht mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,6 Billionen Euro.
Strategisch war dieser Kraftakt notwendig, um im globalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren. Zwar bleibt der heimische Erzrivale Amundi – eine Tochter der Crédit Agricole – weiterhin Europas größter Fondsanbieter, und auch der Abstand zu den US-Giganten wie Blackrock oder Vanguard ist nach wie vor beträchtlich. Doch mit der Integration von Axa IM festigt BNP Paribas seine Position als ernstzunehmender Player in der zweiten Reihe der globalen Asset Manager.
Für Konzernchef Jean-Laurent Bonnafé steht bei der reibungslosen Integration viel auf dem Spiel. Die Übernahme markierte die größte Transaktion seiner Amtszeit. Zuvor war der CEO eher durch Zurückhaltung bei M&A-Deals aufgefallen und hatte das Kapital der Bank bevorzugt über Ausschüttungen an die Aktionäre zurückgegeben. Nun muss er beweisen, dass der Strategiewechsel hin zum anorganischen Wachstum Früchte trägt.
Die ökonomische Logik des Deals fußt maßgeblich auf den nun eingeleiteten Sparmaßnahmen. Der Plan sieht vor, bis zum Jahr 2029 Kostensynergien in Höhe von rund 400 Millionen Euro zu heben. Gleichzeitig sollen auf der Einnahmenseite Umsatzsynergien von 150 Millionen Euro realisiert werden. Dass dieser Umbau nicht zum Nulltarif zu haben ist, zeigt ein Blick auf die Einmalkosten: Für die Restrukturierung sind Aufwendungen von rund 690 Millionen Euro veranschlagt.
An der Börse wurde die Nachricht vom Stellenabbau zunächst verhalten aufgenommen. Zum Handelsstart gab die Aktie leicht um 0,9 Prozent nach. Dennoch bleibt das Gesamtbild für die Anleger positiv: Seit Jahresbeginn konnte das Papier um rund acht Prozent zulegen und gehört damit weiterhin zu den stärksten Titeln im europäischen Bankensektor. Bonnafé hat zuletzt durch den Verkauf verschiedener Beteiligungen die Kapitalbasis der Bank weiter gestärkt, was dem Markt zusätzliches Vertrauen in die Stabilität des Instituts gibt.

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