Teures Erbe der Ära Benko: Die Schweizer Privatbank Julius Bär verzeichnet einen Gewinneinbruch von 25 Prozent. Trotz Rekordwerten beim verwalteten Vermögen belasten Kreditrisiken und der Signa-Schatten das Ergebnis.

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Julius Bär
Für die renommierte Zürcher Privatbank Julius Bär ist das Kapitel Signa noch immer nicht ganz abgeschlossen. Die Nachwehen des Zusammenbruchs des Immobilienimperiums von René Benko haben dem Institut das Ergebnis für das Jahr 2025 massiv verhagelt. Wie die Bank mitteilte, brach der Gewinn um ein Viertel auf 764 Millionen Franken (ca. 832 Millionen Euro) ein. Neben den Kreditrisiken drückte auch eine Belastung aus dem Verkauf des Brasilien-Geschäfts auf die Zahlen.
Paradoxerweise läuft das Kerngeschäft dennoch auf Hochtouren. Das Geldhaus konnte bei seiner wohlhabenden Klientel 14,4 Milliarden Franken an frischem Geld einsammeln. Zusammen mit den Kursgewinnen an den Märkten kletterten die insgesamt verwalteten Vermögen damit um fünf Prozent auf den historischen Rekordwert von 521 Milliarden Franken. Als reine Privatbank ist Julius Bär in der Schweiz damit weiterhin die unangefochtene Nummer zwei hinter dem Platzhirsch UBS.
Der Gewinneinbruch ist primär das Resultat konsequenter Aufräumarbeiten. Der seit Anfang 2025 amtierende CEO Stefan Bollinger hatte angeordnet, das Kreditportfolio rigoros auf weitere Problemfälle zu durchleuchten und strengere Maßstäbe anzulegen. Die Folge waren Netto-Kreditwertberichtigungen in Höhe von 213 Millionen Franken.
Die Bank zieht damit die Lehren aus dem Debakel von Anfang 2024, als man im Zusammenhang mit dem Signa-Kollaps bereits 586 Millionen Franken abschreiben musste – ein Skandal, der den damaligen Chef seinen Job kostete.
Trotz der Belastungen zeigt sich die Führung zuversichtlich. „Alles in allem war 2025 ein erfolgreiches Übergangsjahr und wir sind nun gut aufgestellt, um unsere Mittelfristziele zu erreichen“, erklärte Bollinger. Die Aktionäre sollen mit einer unveränderten Dividende von 2,60 Franken je Aktie bei Laune gehalten werden.
Geduld ist hingegen beim Thema Aktienrückkäufe gefragt. Diese bleiben vorerst ausgesetzt, solange das Enforcementverfahren der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma zur Signa-Affäre nicht abgeschlossen ist. Analysten rechnen jedoch damit, dass die Bank nach Klärung der regulatorischen Fragen bis Jahresende wieder eigene Titel zurückkaufen könnte.

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