Crédit Agricole will deutsches Kundennetz bis 2028 auf zwei Millionen ausbauen

Die Crédit Agricole plant eine massive Expansion in Deutschland. Mit einem neuen digitalen Angebot und möglichen strategischen Zukäufen soll der Kundenstamm bis 2028 auf zwei Millionen verdoppelt werden.

Anja Amend

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Anja Amend

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8.10.26

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13:29

Uhr

Crédit Agricole will deutsches Kundennetz bis 2028 auf zwei Millionen ausbauen

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Crédit Agricole

Die französische Großbank Crédit Agricole hat weitreichende Expansionspläne für den deutschen Markt angekündigt. Wie das Management auf einer Pressekonferenz in Frankfurt erläuterte, strebt das genossenschaftliche Institut bis zum Jahresende 2028 eine Verdoppelung seiner bisherigen Kundenbasis an. Die Zielvorgabe liegt bei zwei Millionen Kundinnen und Kunden über alle deutschen Geschäftsbereiche hinweg. Der seit Mai 2025 amtierende Bankenchef Olivier Gavalda betonte dabei die zentrale Rolle der Bundesrepublik für die übergreifende europäische Wachstumsstrategie des Finanzkonzerns.

Zweigleisige Strategie aus organischem Aufbau und anorganischem Wachstum

Um diese ambitionierte Zielmarke in Europas größter Volkswirtschaft zu erreichen, bündelt die Bank ihre hiesige Präsenz künftig verstärkt unter der Marke „Crédit Agricole Deutschland“. Der bisherige Kundenstamm von knapp über einer Million Personen wurde im Wesentlichen über die auf Verbraucherkredite spezialisierte Tochtergesellschaft Creditplus aufgebaut.

Das Management setzt für den weiteren Ausbau jedoch nicht ausschließlich auf organisches Wachstum, sondern hält sich auch die Option für externe Übernahmen offen. Gavalda signalisierte eine grundsätzliche Bereitschaft für strategische Zukäufe, sofern diese den Ausbau des Geschäftsmodells beschleunigen könnten. In der Finanzbranche kursierten zuletzt Spekulationen, wonach die Franzosen ein Auge auf die IKB Deutsche Industriebank geworfen hätten. Ein solcher Erwerb würde der Crédit Agricole auf einen Schlag einen profunden Zugang zum deutschen Mittelstand und inhabergeführten Familienunternehmen sichern. Zu diesen Gerüchten bezog die Konzernspitze in Frankfurt jedoch keine konkrete Stellung.

Verzicht auf neue Filialen zugunsten einer digitalen Plattform

Die Offensive im Privatkundensektor soll bewusst nicht über den kostenintensiven Aufbau eines stationären Filialnetzes erfolgen. Stattdessen setzt das Institut auf eine konsequente Digitalisierungsstrategie. Bereits ab Ende Oktober wird Crédit Agricole Deutschland ein eigenes Girokonto samt deutscher IBAN und einer Visa-Karte einführen. Das Produktportfolio wird zudem um klassische Anlageformen wie Tages- und Festgeldkonten ergänzt.

Als zentraler Zugangskanal fungiert eine eigens entwickelte App, die den gesamten Kundenlebenszyklus – von der Kontoeröffnung über die laufende Kontoführung bis hin zum Abschluss weiterer Finanzprodukte – abbilden soll. Ab dem Jahr 2027 ist zudem eine schrittweise Ausweitung des Angebots auf den Bereich des Vermögensaufbaus geplant. Das Institut transformiert damit seine bisherige Spezialisierung im Kreditbereich hin zu einem digitalen Universalbankmodell.

Lokale Herausforderungen im Verbraucherkreditgeschäft

Der ehrgeizige Expansionskurs muss bei der Umsetzung allerdings auch interne Baustellen überwinden. Branchenberichten zufolge verzeichnete die bestehende deutsche Tochter Creditplus im vergangenen Geschäftsjahr operative Verluste, die primär auf signifikant gestiegene Risikokosten zurückzuführen sein sollen. Das Fachmedium „Finanz-Szene“ verwies in diesem Zusammenhang auf zunehmende Ausfälle in der Absatzfinanzierung von Konsumgütern sowie auf problematische Kredite an Autohändler. Die rasche Bewältigung dieser strukturellen Hürden im angestammten Kreditgeschäft dürfte eine wesentliche Voraussetzung dafür sein, das neue, digital getriebene Universalbankmodell in Deutschland profitabel ausrollen zu können.

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