Barmenia-Gothaer geht zum Start der Rentenreform mit drei Modellen des neuen Altersvorsorgedepots ins Rennen. Das Angebot reicht von Vanguard-ETFs bis zur Beitragsgarantie, steht aber vor der behördlichen Zertifizierungshürde.

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Zum Start des Altersvorsorgereformgesetzes am 01. Januar 2027 formiert sich das Feld der Anbieter. Nachdem in den vergangenen Wochen vor allem Neobroker mit aggressiven Preismodellen vorgeprescht waren, zieht nun auch die Versicherungswirtschaft nach: Der fusionierte Konzern Barmenia-Gothaer hat angekündigt, pünktlich zum Jahreswechsel mit gleich drei unterschiedlichen Modellen des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots an den Markt zu gehen. Die Bandbreite reicht dabei von einer rein digitalen ETF-Lösung bis hin zu fondsgebundenen Renten mit Beitragsgarantie.
Das Angebot des Versicherers gliedert sich nach dem Grad der individuellen Begleitung und dem Sicherheitsbedürfnis der Sparer. Für kostenbewusste Selbstentscheider legt die Gruppe ein staatlich gefördertes Standarddepot auf, das auf börsengehandelte Indexfonds des US-Vermögensverwalters Vanguard setzt. Dieses Basismodell lässt sich vollständig digital abschließen und anschließend eigenständig online verwalten.
Wer hingegen eine aktivere Betreuung wünscht, soll über das Modell "Altersvorsorgedepot Premium" adressiert werden. Dahinter steht eine professionelle Fondsvermögensverwaltung, bei der Kundinnen und Kunden abhängig von Risikobereitschaft und Anlagehorizont zwischen fünf strategischen Varianten wählen können.
Alina vom Bruck, Lebensversicherungsvorständin der Barmenia-Gothaer, sieht in den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen einen überfälligen Impuls für die private Vorsorge:
"Die Reform setzt wichtige Impulse für die private Altersvorsorge."
Mit der dritten Säule, der Fondspolice "Förder Plus Garantie Rente Invest", bedient das Unternehmen zudem das traditionelle Sicherheitsbedürfnis der Vorsorgesparer. Das bestehende Tarifkonzept wird in das neue Fördersystem überführt und kombiniert Kapitalmarktchancen mit einer 80-prozentigen Beitragsgarantie, flexiblen Renteneintrittsoptionen sowie einer lebenslangen Rentenzahlung.
Gerade dieses Nebeneinander von reinen ETF-Depots und garantierten Versicherungslösungen verdeutlicht die Strategie des Hauses: Während Broker vor allem auf die automatisierte Abwicklung standardisierter Depots setzen, setzt der Versicherer auf die Begleitung durch Vermittler.
Ob die neuen Tarife ab Januar allerdings sofort im Regelbetrieb vertrieben werden können, hängt von einer bürokratischen Hürde ab. Sämtliche Depot- und Garantielösungen müssen im Vorfeld vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) formal geprüft und mit einer offiziellen Zertifizierungsnummer versehen werden.
Stellt die Behörde im Prüfprozess Mängel fest, sind die Anbieter verpflichtet, entsprechende Vertragsanpassungen vorzunehmen. Stimmen Sparer diesen Nachbesserungen nicht zu, bleibt ihnen nur der Wechsel in einen anderen, bereits zertifizierten Vertrag. Im äußersten Fall eines Zertifizierungswiderrufs müssten bereits ausgezahlte staatliche Zulagen erstattet werden. Zwar geht das BZSt davon aus, dass solche Rückforderungen die absolute Ausnahme bleiben dürften, dennoch setzt das Zulassungsverfahren die Marktteilnehmer wenige Monate vor dem offiziellen Starttermin spürbar unter Zeitdruck.

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