Barclays streicht 5.000 Stellen und begründet den Abbau mit Effizienzgewinnen durch Künstliche Intelligenz. Zugleich treibt ein starker Aktienhandel den Vorsteuergewinn im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund.

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Die britische Großbank Barclays setzt den Rotstift an und baut im Rahmen eines strukturellen Sparprogramms weltweit rund 5.000 Arbeitsplätze ab. Das Londoner Institut begründet den Schritt mit spürbaren Produktivitäts- und Effizienzgewinnen durch den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Das Management will die Organisation vereinfachen und Kosten dauerhaft senken, um freie Mittel für strategische Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Ende 2025 beschäftigte die Bank global rund 93.000 Mitarbeiter. Die Ankündigung fällt in eine Phase operativer Stärke: Zum Auftakt der europäischen Banken-Berichtssaison präsentierte das Traditionshaus ein deutliches Gewinnplus sowie ein weiteres millionenschweres Aktienrückkaufprogramm.
Im dritten Quartal steigerte Barclays den Vorsteuergewinn im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund und traf damit die Prognosen des Marktes. Die Erträge der Investmentbank-Sparte blieben mit 3,1 Milliarden Pfund zwar leicht hinter den Analystenschätzungen zurück, offenbarten jedoch ein stark zweigeteiltes Bild.
Während das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) einen deutlichen Ertragseinbruch von 19 Prozent verbuchte – ein stärkerer Rückgang als bei den US-Wettbewerbern –, glänzte das Institut im Aktiensektor: Die Erträge im Aktienhandel kletterten um 47 Prozent. Damit ließ Barclays die fünf führenden Wall-Street-Häuser hinter sich, die im selben Zeitraum im Schnitt ein Plus von 37 Prozent erzielten.
Konzernchef C. S. Venkatakrishnan zog eine positive Zwischenbilanz und betonte, dass die Eigenkapitalrendite (RoTE) im abgelaufenen Quartal mit 11,7 Prozent auf einem soliden Niveau gelegen habe. Das Institut sei auf Kurs, sämtliche Finanzziele für das Geschäftsjahr 2026 zu erreichen oder zu übertreffen.
Die bilanzielle Widerstandskraft schlägt sich in einer harten Kernkapitalquote (CET1) von 14,2 Prozent nieder. Auf Basis dieser Kapitalstärke beschloss das Führungsgremium einen zusätzlichen Aktienrückkauf im Volumen von 500 Millionen Pfund. Die Gesamtausschüttungen an die Anteilseigner steigen damit im laufenden Jahr auf 2,8 Milliarden Pfund. Die parallele Ankündigung von Milliardenausschüttungen und tiefem Personalabbau verdeutlicht den strategischen Kurs: Trotz voller Kassen treibt das Institut die automatisierte Verschlankung der Backoffice- und Verwaltungsprozesse konsequent voran.

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