Das Bankhaus Metzler legt im Geschäftsjahr 2025 einen umfassenden Wachstumsbericht vor. Erlöse steigen auf 242 Mio. Euro. Begleitung des TKMS-Börsengangs, Fokus auf betriebliche Altersversorgung und die strategische Expansion nach Japan treiben den Erfolg.

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Bankhaus Metzler
Die konsequent weiterentwickelte Strategie des Bankhauses Metzler entfaltet spürbare Wirkung. Das traditionsreiche Frankfurter Privatbankhaus hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 trotz eines von geopolitischen Spannungen und handelspolitischen Unsicherheiten geprägten Umfelds seine Erlöse deutlich gesteigert. Besonders transformatorische Schwerpunktthemen wie der Ausbau der Infrastruktur-Investments, die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung sowie die Neuausrichtung internationaler Geschäftsaktivitäten erwiesen sich als verlässliche Wachstumstreiber. Diese Handlungsfelder hatte das Management frühzeitig als strategische Fokusthemen identifiziert und im Berichtsjahr gezielt skaliert.
Vorstandssprecher Gerhard Wiesheu zeigte sich angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen hocherfreut über den Jahresabschluss und betonte die Widerstandsfähigkeit des eigenen Geschäftsmodells:
"Das Jahr 2025 brachte erneut zahlreiche Herausforderungen mit sich. Marktakteure mussten mit anhaltenden geopolitischen Spannungen und handelspolitischem Aktionismus umgehen. Erfreulicherweise zeigten sich die Kapitalmärkte davon jedoch insgesamt relativ unbeeindruckt. Trotz dieser widrigen Umstände war das Jahr 2025 erneut ein erfolgreiches Jahr für das Bankhaus Metzler. Dies spiegelt sich in einem positiven Geschäftsverlauf wider und stimmt uns optimistisch für weiteres Wachstum – nicht nur für 2026, sondern auch darüber hinaus."
Ein Blick auf die Bilanzen verdeutlicht die operative Stärke der Bank im abgelaufenen Jahr. Die Gesamterlöse stiegen im Vorjahresvergleich um gut 5,7 Prozent von 229 Millionen Euro auf 242 Millionen Euro. Während das klassische Zinsgeschäft erwartungsgemäß von 33 Millionen Euro auf 23 Millionen Euro rückläufig war, da Kunden im freundlichen Börsenumfeld ihre Liquidität verstärkt in Wertpapieren anlegten, konnte das Provisionsergebnis die eigenen, ambitionierten Prognosen sogar übertreffen. Es kletterte um 12 Prozent von 192 Millionen Euro auf nunmehr 215 Millionen Euro. Auch die verwalteten Vermögen (Total Assets) im Asset Management verzeichneten ein solides Wachstum und stiegen von 77 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro.
Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen auf Konzernebene von 200 Millionen Euro auf 215 Millionen Euro ist auf bewusste strategische Entscheidungen zurückzuführen. Die Personalaufwendungen für die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stiegen von 131 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro. Metzler begründet dies mit branchenüblichen Tariferhöhungen sowie den planmäßig gestiegenen Kosten für Altersteilzeitmodelle. Parallel dazu erhöhten sich die Sachaufwendungen von 69 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro. Diese Mehrausgaben flossen primär in den gezielten Ausbau und die Modernisierung der technischen Infrastruktur, um die Bank für künftige digitale Anforderungen zu rüsten.
Trotz dieser Investitionen stärkte Metzler signifikant die eigene Substanz. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken (nach § 340g HGB) wurde im Berichtsjahr mit 15 Millionen Euro dotiert. Der in der Konzernbilanz offen ausgewiesene Eigenmittelbestand stieg auf 308 Millionen Euro. Mit einer Kernkapitalquote von deutlich über 20 Prozent übertrifft Metzler die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen bei Weitem und sieht sich für künftige regulatorische Hürden hervorragend gewappnet. Die Dividende an die Aktionäre des Familienunternehmens bleibt dabei mit 2,3 Millionen Euro auf dem historisch konstanten Niveau.
Im institutionellen Geschäft, dem Herzstück der Bank, verwaltete das Asset Management zum Jahresende 2025 die erwähnten 80 Milliarden Euro. Obwohl sich bei institutionellen Anlegern aufgrund der geopolitischen Lage Zu- und Abflüsse annähernd die Waage hielten, sorgte die positive Kapitalmarktentwicklung für den Volumenanstieg. Besondere Erfolge feierte der Bereich Multi-Asset-Solutions durch die Gewinnung neuer Mandate. Ein weiterer Meilenstein war das erfolgreiche First Closing des nachhaltigen Infrastruktur-Dachfonds „YIELCO Metzler Infrastruktur IV“, der gemeinsam mit der YIELCO Investments Gruppe aufgelegt wurde.
Noch dynamischer präsentierte sich das Metzler Pension Management, das als Lösungsanbieter für betriebliche Versorgungsmodelle, Zeitwertkonten und Altersteilzeit agiert. Die Treuhandposition, die fast ausschließlich diese Pensionsfondsmandate umfasst, wuchs auf 7,1 Milliarden Euro. Insgesamt betreute der Bereich zum Stichtag fast 940 Depots und administrierte mehr als 150.000 Versorgungsverhältnisse. Das hieraus resultierende Kapital für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern stieg auf rund 19 Milliarden Euro. Durch den im Juni 2025 abgeschlossenen Erwerb der Metzler Mittelstands Pensionsfonds AG (der ehemaligen Nürnberger Pensionsfonds AG) erschließt die Bank nun zielgerichtet das Segment der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Das Transaktionsgeschäft erwies sich 2025 als massiver Ertragstreiber. Im Bereich Capital Markets wurde die Anzahl der von den eigenen Analysten abgedeckten deutschen Unternehmen um über 25 Prozent auf rund 120 ausgeweitet, was die Nachfrage nach hochwertigem Research aus dem In- und Ausland bediente. Die Abteilung Corporate Solutions blickt auf ein herausragendes Jahr zurück und begleitete insgesamt 16 Transaktionen (Vorjahr: vier). Das absolute Highlight bildete dabei die Börseneinführung (IPO) von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), die Metzler in enger Zusammenarbeit mit der Crédit Agricole erfolgreich am Markt platzierte.
Auch im Fremdkapitalgeschäft (Fixed Income) baute das Haus seine Platzierungsstärke massiv aus. Bei Unternehmensanleihen im KMU-Segment schloss Metzler sieben Transaktionen ab und begleitete erstmals auch Emissionen aus dem öffentlichen Sektor. Insgesamt war das Team an elf Anleihe-Deals beteiligt. Ergänzt wurde dieser Erfolg durch das Currency Management, welches durch den Ausbau japanischer Mandate und die Umsetzung individueller Absicherungsstrategien deutliche Ergebnisbeiträge lieferte.
Im Geschäftsfeld Corporate Finance lag der strategische Schwerpunkt weiterhin auf der Beratung von eigentümergeführten Familienunternehmen in den Sektoren Energie, Infrastruktur, Technologie und Industrie. Einen entscheidenden Wachstumsimpuls setzte hierbei die im Juni 2025 offiziell eröffnete Metzler Japan Holdings Inc. (MJH) in Tokio. Diese asiatische Niederlassung verzahnt die Geschäftsfelder enger und zielt darauf ab, japanische Unternehmen bei M&A-Zukäufen in Deutschland zu beraten.
Das Private Banking rundet das positive Gesamtbild des Konzerns ab. Starke Nettomittelzuflüsse, eine strategisch klug ausgerichtete Vermögensallokation und die Expansion in neue Regionen prägten das Bild. Im Mai 2025 eröffnete Metzler offiziell seinen neuen Private-Banking-Standort in Berlin, um von dort aus Kunden in der Hauptstadt und im gesamten ostdeutschen Raum intensiv zu betreuen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 bleibt die Frankfurter Bank realistisch und erwartet erneut ein anspruchsvolles Marktumfeld. Die erhöhte Volatilität an den Kapitalmärkten dürfte bestehen bleiben. Zugleich bieten strukturelle Veränderungen – wie der durch den demografischen Wandel forcierte Bedarf an kapitalgedeckter Altersversorgung – erhebliche Wachstumschancen. Metzler plant, die Dynamik der vergangenen Monate zu nutzen, um mit maßgeschneiderten Konzepten für private und institutionelle Kunden weitere Marktanteile zu gewinnen.

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